
Radfahren ist simpel, wesentlich simpler als Laufen, und im Vergleich zu Schwimmen ist es so wie Plus und Minus rechnen im Vergleich zum Lösen von Differentialgleichungen. Fürs Radfahren zählt hauptsächlich Kondition und dass Material. Denn Techniktraining im Radfahren ist eher eine Seltenheit. Etwas, dass im Radfahren probat ist, ist das Training des Radtrittes, dabei geht es einerseits darum einen runden Tritt zu erlernen, andererseits auch die richtige Trittfrequenz zu entwickeln.
Unter rundem Tritt versteht man in diesem Sinne eine gleichmäßige Belastung der Muskulatur in allen vier Phasen. Ist das Pedal nach oben gerichtet, dann startet man mit der Schubphase bei 0° - das Pedal wird geschoben, bevor es bei 45° in die Druck-Phase übergeht. Nun drückt die Muskulatur das Pedal aktiv nach unten.
Bei 135° erfolgt die Zug-Phase in der das Pedal nun wieder nach hinten gezogen werden muss, bis dann bei 225° die Hub-Phase beginnt, in der das Pedal nach oben gehoben werden muss, bis bei 315° wieder die Schubphase beginnt. Besonders die Zug- und Hubphase werden oft vernachlässigt, da sie beim Fahrradfahren ohne Cleats gar nicht angewandt werden können [14]. Wenn es um die Trittfrequenz geht, dann gibt es kein ”richtig”. Jeder Sportler hat eine für sich optimale Trittfrequenz, mit der er am effizientesten und am schnellsten vorankommt. Jedoch gilt, wie in so vielen Dingen, das Variabilität eine sehr wichtige Komponente darstellt. Man muss mit langsamen Frequenzen am Berg zurecht kommen (50-60 U/min), aber auch mit hohen Frequenzen bergab (110-120 U/min). Die individuell, optimale Trittfrequenz wird zu meist zwischen 75 und 100 Umdrehungen pro Minute liegen. Wer einen Eindruck davon bekommen will, wie unterschiedlich Trittfrequenzen sein können, der kann sich gerne alte Videoaufzeichnungn von der Tour de France anschauen, wo Jan Ullrich (niedrige Frequenz) gegen Lance Armstrong(hohe Frequenz) angetreten ist.
Trotz all dieser Einfachheit des Radfahrens an sich, sollte man nicht die Komplexität des Rades an sich unterschlagen. Wie in Fahrrad richtig eingestellt wird, ist eine Wissenschaft für sich. In meiner neusten Podcast-Folge rede ich mit Thomas Flak von TriMountain Bikebase darüber. Die ganze folge findet ihr hier: https://open.spotify.com/episode/2NAsTOszXwaNOzMBPD2no4?si=F9drG5EgSMi17ch-dn_n0Q